Die Vereinigung der Grafschaft Mark mit Brandenburg-Preußen liegt 400 Jahre zurück. Ein solches Jubiläumsdatum ist Anlass genug, eine Deutung von Preußens Aufbruch in den Westen mit allen seinen Folgen zu unternehmen. Das ist möglich, wenn man sich auf die Darstellung der entscheidenden Entwicklungslinien und Zäsuren beschränkt, ohne das Wechselverhältnis regionaler Entwicklungen und der großen Politik zu vernachlässigen. In Bildern und Dokumenten nationaler und internationaler Leihgeber, durch Rauminstallationen und Videos werden in der Ausstellung 400 Jahre preußischer Geschichte lebendig. Dazu gehören die schwierigen Jahrzehnte nach 1609, der Umschwung im 18. Jahrhundert genauso wie die Napoleonische Ära und der industrielle Aufbruch, der im 19. Jahrhundert der Region durch die Entstehung des "märkischen Ruhrgebietes" ein neues Gesicht gab. Der Adel verlor seine tonangebende Rolle. Nicht zuletzt Bismarck und Kaiser Wilhelm II. veränderten das Gesicht Preußen-Deutschlands. Sie hinterließen in der Grafschaft Mark geschichtliche Spuren. Nach dem Sturz der Monarchie warf Preußen einen langen Schatten, der über Hindenburg und den Tag von Potsdam in das "Dritte Reich" führt. Die Ausstellung erzählt nicht nur diese Geschichte, sondern präsentiert auch deren Wahrnehmung. 1859 und 1909 wurden nämlich bereits große Jubiläen gefeiert. Die Ausstellung führt deshalb gezielt in das Jahr 2009: Sie eröffnet in einem eigenen Raum die Diskussion darüber, was das preußische Erbe heute noch wert ist!

Die Besucher werden begrüßt durch eine Museumsfilm, in welchem Rolf Seelmann-Eggebert vor der historischen Kulisse von Schloß Neuenhof in die Ausstellung einführt. Der Film wurde produziert von der seelmanfilm GmbH, deren Schwerpunkthemen unter anderem Europas Königshäuser, Musikdokumentationen und Reportagen aus aller Welt sind.
Information: 0 23 51 - 17 14 96
Preußen-Fax: 0 23 51 - 17 17 09
Täglich, außer montags, 11.00 - 18.00 Uhr
Einzeleintritt: 5 €
Ermäßigt: 2,50 €
Familienkarte: 10 € (Eltern mit Kindern bis zu 16 Jahren)
Schulklassen pro Person: 3 € (Führung inklusive)
Bestellte Führung: 40 € (zzgl. Eintrittspreise; max. 25 Personen/Führung)
Ermäßigungen: Bei Vorlage des Ausweises für Rentner, Schüler, Auszubildende, Studierende, Wehr- und Zivildienstleistende, Behinderte, Arbeitslose und Empfänger von Leistungen im Rahmen von Hartz IV.
Kinder unter sechs Jahren frei!
Die Ausstellung im Geschichtsmuseum Lüdenscheid wird vom 1. Februar bis zum 21. Juni 2009 von einem breitgefächerten Programm begleitet. Der Beitrag für das Programm ist mit dem Eintrittsentgelt in die Ausstellung abgegolten.
Jeden Sonntag, um 15.00 Uhr und 16.00 Uhr sind Sie herzlich eingeladen an den öffentlichen Führungen durch die Ausstellung teilzunehmen.
Preußen – verachtet und gerühmt, gehasst und bewundert, fortlaufend erweitert und in den Westen ausgedehnt, am Ende doch aufgelöst. Die Vortragsreihe präsentiert die Ergebnisse neuester Untersuchungen zur Regionalgeschichte, die zu einer differenzierten Betrachtungsweise zwingen. Sie widmet sich dem preußischen Mythos in seiner nationalen und europäischen Dimension. Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion am 17. Juni 2009 mit dem Titel „Preußen als Ort der Erinnerung und Identitätsstiftung“.
Freitag, 20. Februar 2009, 19.00 Uhr
Dr. des. Oliver Schulz (Paris/Meinerzhagen):
„Adel in der Grafschaft Mark in der napoleonischen Zeit“
Freitag, 20. März 2009, 19.00 Uhr
Dr. Ralf Meindl/Dr. Eckhard Trox (Museen der Stadt Lüdenscheid):
„1859, 1909 und 2009 – Erinnerungen an Preußen in Vergangenheit und Gegenwart“
Freitag, 17. April 2009, 19.00 Uhr
Dr. Gerd Dethlefs (Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster):
„Der Freiherr vom Stein und die Städteordnung von 1808“
Freitag, 15. Mai 2009, 19.00 Uhr
Prof. Dr. Wilhelm Ribhegge (Universität Münster):
„Preußen im Westen. Der Kampf um den Parlamentarismus in Westfalen und im Rheinland im 19. und 20. Jahrhundert“
Freitag, 5. Juni 2009, 19.00 Uhr:
Prof. Dr. Ute Planert (Universität Wuppertal):
„Der Mythos der Befreiungskriege“
Mittwoch, 17. Juni 2009, 17.00 Uhr
Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister a.D., Berlin; Prof. Dr. Peter Brandt (FernUniversität in Hagen), Dr. Eckhard Trox (Museen der Stadt Lüdenscheid) sowie Moderation: Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch (Institut für Geschichte und Biographie, Lüdenscheid/FernUniversität in Hagen)
„Preußen als Ort der Erinnerung und Identitätsstiftung“ – in Kooperation mit dem Institut für Geschichte und Biographie, Lüdenscheid
Der literarische Salon gehört zu den faszinierendsten Phänomenen der Kulturgeschichte. Mittelpunkt eines jeden Salons war stets eine Dame. Der KulturSalon im Museum greift die Salontradition auf und stellt herausragende Frauengestalten aus der Region vor. Welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag haben die Frauen in den unterschiedlichsten Funktionen – als Unternehmerin, Künstlerin, Frauenrechtlerin, Adelige und Partnerin – für die Grafschaft Mark geleistet?
Der KulturSalon ist zu Gast im Museumscafe. Zu musikalischer Begleitung genießen wir Frau Schultes Sahneschnittchen. Engagierte Forscherinnen bringen uns die weibliche Seite Preußens näher und laden zur Diskussion ein.
Ein Veranstaltungsreihe der Gleichstellungsstelle Lüdenscheid und der Werkstatt Frauengeschichte Altena (eine Kooperation von Stadtarchiv Altena, Archiv des Märkischen Kreises, Gleichstellungsstelle Altena und der VHS Lennetal)
Samstag, 21. Februar 2009, 16.00 Uhr
Elisabeth Wilfart, Gleichstellungs- und Agendabeauftragte der Stadt Lüdenscheid:
Mathilde Franziska Anneke (1817–1884) – eine Revolutionärin und Feministin des 19. Jahrhunderts
Samstag, 21. März 2009, 16.00 Uhr
Dr. Rainer Stamm, Direktor des Paula Modersohn-Becker Museums in Bremen:
Gertrud Osthaus. Eine vergessene Sammlerin der Moderne
Hilke-Gesine Möller, Städtische Galerie Lüdenscheid:
Ida Gerhardi (1862–1927) – eine Künstlerin im Zeitalter der Moderne
Samstag, 18. April 2009, 16.00 Uhr
Gabriele Aschöwer, Monika Biroth, Anette Wesemann und Marlies van Gemert, Werkstatt Frauengeschichte Altena:
Margarethe Herbers, Lily Thomee, Anna und Marie Selve – Industrieadel verpflichtet: vier Märkerinnen im Dienste der Gesellschaft
Samstag, 16. Mai 2009, 16.00 Uhr
Ursula Rinke, Werkstatt Frauengeschichte Altena:
„Wasser, Eisen, Landwirtschaft – Reidemeisterinnen und Zögerinnen in der Grafschaft Mark“
Dr. Carolin Krüger-Bahr:
„Landgut, Stahl und Sensenhandel – die Unternehmerin Louise Catharina Harkort, geb. Märcker in zeitgenössischen Darstellungen (1718–1795)“
Samstag, 20. Juni 2009, 16.00 Uhr
Dr. Irene Hueck:
Gertrud und Mathilde Hueck – zwei Frauenpersönlichkeiten in Lüdenscheid
Dr. Christiane Todrowski, Leiterin des Kreisarchivs und der Landeskundlichen Bibliothek Märkischer Kreis:
Frau Eleonore Vincke – „Die Frau neben dem Vater der Provinz Westfalen“
Sonntag, 1. März, 5. April, 3. Mai und 7. Juni 2009, 11.30 Uhr
Treffpunkt: Museum
Eine Kooperation mit dem Stadtführerdienst.
Vom Wilhelminismus bis zum Jugendstil – Ein Stadtspaziergang in Lüdenscheid
Die „Gründerzeit“ – eine Blütezeit Lüdenscheids. Um das Jahr 1900 florierte die Industrie, die Stadt wuchs. Noch heute prägen prächtige Bürgerhäuser Teile des Stadtbildes. Sie erzählen viel über ihre Erbauer und deren Zeit. Die Veranstaltung beginnt im „Bismarck-Zimmer“, dem historischen Sitzungssaal des Geschichtsmuseums. Sachkundige Stadtführer/innen laden zu einem Spaziergang durch das bürgerliche Lüdenscheid der Kaiserzeit ein, der uns die Vielfalt der damaligen Architekturformen und deren Symbolik zeigen wird.
Voranmeldung erwünscht.
Sonntag, 29. März 2009, 15.00 Uhr
Reidemeisterhaus Voswinkel, Jubachweg 4, 58566 Kierspe
„Das Reidemeisterhaus Voswinkel in Vollme“ öffnet seine Türen
An diesem Sonntag sind Sie herzlich in das Reidemeisterhaus Voswinkel eingeladen. Sie erhalten die Gelegenheit, mehr über die Bedeutung der Reidemeister für die Grafschaft Mark zu erfahren. Durch die Erzählungen von Nachfahren wird die Zeit der Reidemeister wieder lebendig.
Begünstigt durch natürliche Standortvorteile wie Eisenerzvorkommen, Holzreichtum und Wasserkraft, wurde die Grafschaft Mark zu einem wichtigen Gewerbezentrum, das sich durch ein Draht- und Osemundgewerbe auszeichnete. Die Reidemeister besaßen eigene Produktionsstätten und sorgten für den Vertrieb metallgewerblicher Produkte auf den regionalen Märkten und im Fernhandel. Durch diese Verknüpfung von Produktion und Handel waren sie maßgeblich an dem wirtschaftlichen Erfolg der Grafschaft Mark beteiligt.
Mittwoch, 11. Februar, 11. März, 8. April, 13. Mai und 10. Juni 2009
„Preußen für Einsteiger“ in Kooperation mit der VHS Lüdenscheid
Die Pickelhaube und der „Alte Fritz“, das fällt einem meist zuerst ein, denkt man an Preußen. Doch wer oder was war dieses Preußen wirklich? Im Lüdenscheider Geschichtsmuseum werden 400 Jahre preußischer Geschichte erzählt. Wir wählen an jedem Termin ein Objekt der Ausstellung aus, das uns von einer Epoche dieser Geschichte berichtet.
Voranmeldung erwünscht.
Die Veranstaltungen können einzeln besucht werden.
Infos und Anmeldungen unter: 0 23 51 / 17 14 96; www.1609-nrw.de













Eckhard Trox/Ralf Meindl (Hg.), Lüdenscheid 2009;
ca. 220 S., zahlreiche, zumeist farbige Abb.;
ISBN 978-3929614-54-1; 19,90 €
Bestellung unter museen@luedenscheid.de